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Billig, billiger, am billigsten
Wir können uns noch alle an das Jahr 2001 erinnern,
wo Ärzte gemeint haben, sie könnten das Web dazu
nutzen, um ihre Leistungen versteigern zu können.
Die ganze Sache ging jämmerlich daneben, da nach-
dem sich verschiedene Verbände eingeschaltet haben,
die Sache verboten wurde. Ebay hat sich bereit er-
klärt, keinerlei dieser Angebote mehr zu veröffentlichen.
Heute, 7 Jahre danach finden wir im Web ein System,
welches zwar bestens umschrieben ist und als Preisver-
gleich tituliert wird, aber vom Prinzip her der Plattform
http://www.my-hammer.at sehr ähnelt. Bei Ebay haben
die Ärzte ihre Leistung niedrig angeboten. Diese wurden
dann von den Usern nach oben gesteigert. Bei Schön-
heitsgebot.de und Arzt-Kostenvergleich.com werden die
Preise nach unten geschätzt.
Wie funktioniert es ?
Hier ein Beispiel zum Thema Brustvergrösserung
Die Interessentin muss sich bei Schoenheitsgebot.de
oder in Österreich bei Arzt-Kostenvergleich.com registrie-
ren und gleichzeitig einen Fragebogen ausfüllen. Man
muss den Namen und die Adresse samt Tel.Nr. angeben,
weiters sollte man ein Bild mitsenden. Danach darf man
sich einen " Pseudonamen " aussuchen, z.B. 'princessa1'.
Wenn man z.B. schon ein Angebot von einem Arzt
vorliegen hat, dann kann man den Preis, den dieser
Arzt veranschlagt hat, als Startpreis nennen. So
z.B. 5.000 Euro. Also, 'princessa1' will eine
Brustvergrösserung haben, gibt die Destination
an, wo die OP durchgeführt werden sollte. Die 'princessa1'
muss nun, je nach Eingabe 7 oder 14 Tage
warten und hoffen, dass etwas passiert.
Jetzt kommen die Ärzte, natürlich auch anonym und schätzen das Angebot vom Erstanbieter nach
unten. Wenn das Erstangebot nicht mehr zu un-
terbieten ist, dann werden in der Regel keine
weiteren Schätzungen abgegeben.
Sobald nun diese, sagen wir einmal " Preis-
schätzerein nach unten " beendet ist, bekommt
'princessa1' vom Plattformbetreiber eine
Mail mit den Namen der Ärzte, die hier ihre
Wertschätzung abgegeben haben. Die 'princessa1'
kann dann, wenn sie will, sich mit dem Arzt in Verbindung
setzen.
Wir haben das online beobachtet - echt abartig
die gesamte anonyme Vorgehensweise.
Das ursprüngliche Startangebot von 4.000 Euro
wurde von einem gewissen 'beautyarzt' auf 3.000 Euro
runtergedrückt, als nächstes kam der 'superdoc1'
und hat sich ebenfalls mit 3.000 Euro eingetragen.
Der 'ästhetikdoktor' hat um 100 Euro darunter
geschätzt und liegt somit bei 2.900 Euro. Nun
kam aber 'die-schönheitschirurgin' und beendete
die Sache mit 2.800 Euro. Da sehen wir einen
Preisunterschied von sage und schreibe 1.200 Euro.
Wer sind die Pseudo-Doc`s ? Die machen ja nur, hinter dem Deckmantel der Ano-
nymität, sehr vage Angaben.
Der "beautyarzt" gibt an zwischen 40 und 50 Jahre
alt zu sein. Als Beruf schreibt er Plastischer Chirurg,
er spricht englisch und französisch und hat angeb-
lich schon mehr als 2000 Schönheitsoperationen
durchgeführt.
Ähnliche Angaben macht der "superdoc1", der in
Nürnberg beheimatet ist. Der "ästhetik-Doktor"
kommt ebenfalls aus Nürnberg und spricht sogar
noch polnisch. "die-schönheitschirurgin ", zwischen
30 und 40 Jahre alt, kommt aus München, spricht
englisch, französisch und ungarisch und hat eben-
falls 2000 Schönheitoperationen durchgeführt.
Der "tassilo111" ist ein zwischen 40 und 50 Jahre
alter Gynäkologe, in Mettingen beheimatet und
hat insgesamt zwischen 150 und 250 Schönheits-
operationen durchgeführt.
Ganz schön irreführend ! Wir haben auf der Startseite von Schoenheitsgebot.de
auf "unsere Partner" geklickt und fanden da unter
anderem einen Link zum " Portal der Schönheit " .
Man darf doch annehmen, wenn diese als Partner
ausgewiesen sind, dass sie und ihre Mitglieder auch
damit zu tun haben.
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Wir haben uns mit mehreren renommierten Fachärzten
für Plastische, Ästhetische und Wiederherstellungs-
chirurgie, welche man am 'Portal der Schönheit' findet,
in Verbindung gesetzt und wollten wissen, was Sache
ist. Zu unserem Erstaunen kennt niemand die Plattform,
es würde auch keiner der renommierten Ärzte sich an
solch einer Sache beteiligen. So hat man uns auf alle
Fälle berichtet. Tja, wie heisst es so schön, mit Speck
da fängt man Mäuse.
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Ob diese Vorgangsweise unter Ärzten " ich dränge
meine Mitbewerber an die Wand " rechtens ist, das
können wir nicht beurteilen, weil wir keine Juristen
sind. Wir verstehen nur nicht, warum das alles
unter dem Deckmantel der Anonymität passiert. Sind
die Ärzte welche die Preise nach unten schätzen zu
feige um sich zu outen. Es hat doch jeder von denen
seine eigene Webseite - warum werden dort nicht
diese " Superdiskontpreise " festgeschrieben. Wo
liegt da das Problem - hat da am Ende jemand etwas
zu verbergen ? ... man macht sich halt so seine Ge-
danken.
Wie auch immer, wir raten all denjenigen Patienten
welche sich mit dem Gedanken befassen sich einem
schönheitschirurgischen Eingriff zu unterziehen, doppelt
zu prüfen, in welche Hände sie sich begeben. Auf das
WIE kommt es an, wie man danach aussieht. Schlussend-
lich unterzieht man sich einem Eingriff damit man danach
Freude hat und Wohlempfinden verspürt.
Redakteur Gil Hansen
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